Teilprojekt 7:

Zur Historizität der ottonischen Goldschmiedekunst in Hildesheim

Kunsthistorsches Institut, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Leitung und Bearbeitung: Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers


Teilprojekt 7

Das Projekt untersucht die mit den Bischöfen Bernward (993–1022) und Godehard (1022–1038) verbundenen Schatzobjekte auf ihre Überlieferung und Modifizierung bzw. ihre Umstrukturierungen in den Jahrzehnten nach der Heiligsprechung der beiden Bischöfe im 12. Jahrhundert. Dabei geht es um die Frage, inwiefern die Kunstwerke als hagiographische Objekte neu codiert werden und dies in ihren Umgestaltungen Ausdruck findet. Insbesondere stellt sich die Frage, inwiefern die Umgestaltungsmaßnahmen Anschluss an die ottonischen Formen und Motive suchten, sie aufgriffen und/oder als authentische Zeugnisse des Heiligen und seiner Zeit inszenieren. Methodisch wird dabei eine Relation zwischen Form und Stil der ottonischen und der romanischen Werke im Sinne einer zeichenhaften Adaption herausgearbeitet, die als Korrektiv zu einer auf Sukzession angelegten Stilgeschichte verstanden werden soll und Stile sowie Motive als intentional wählbare Elemente charakterisiert. Dies erfolgt durch eine dezidierte Formanalyse und deren Kontextuierung im Verhältnis zum Formenschatz vergleichbarer Stücke.