Teilprojekt 2:

Tradition und Innovation in der Monumentalmalerei des Domes vor dem Hintergrund der Entwicklung von Bildverständnis und Bildgebrauch bei den Hildesheimer Klerikereliten des Hochmittelalters

Kunsthistorisches Institut, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Leitung: Prof. Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Esther-Luisa Schuster


B 24Das Teilprojekt untersucht erstmals alle Zeugnisse der monumentalen Innenraumgestaltung des Domes. Sowohl die ehemalige Ausmalung der Westempore sowie eines Tympanons der Seitenschiffemporen als auch die inkrustierten Fußböden in Vierung und Apsis überliefern ungewöhnlich dicht das durch die frühscholastische Theologie angeregte Ordnungsverständnis der Hildesheimer Domherren. Komplex geordnete Ikonographien und Bildstrukturen verdeutlichen das allgemeine Interesse der Eliten am Visuellen einerseits und den Versuch, ihre theologische Welt in Bildern (an) zu ordnen andererseits. Die Objekte werden im Teilprojekt somit in ihrer medialen Bedeutung als „Ordnungshelfer“ analysiert. Nicht nur ihre endgültige Erscheinung ist von Interesse, sondern auch die Ideen und Strukturen, die zu ihrer Anordnung geführt haben. Hierbei werden auch die Ergebnisse der historischen Projekte zu Domschule und den städtischen Eliten mit einbezogen. Eine sehr enge Verzahnung ergibt sich mit Teilprojekt 3 zur Bilderdecke von St. Michael, die als Fortführung der im Dom erprobten Strukturen und Prinzipien betrachtet werden kann.